Kurzbiografie
Es erscheint mir unsinnig, meine Kurzbiografie wiederzugeben, weil sie ohnehin leicht zu recherchieren ist (Stichwort: Wikipedia), doch ich möchte an dieser Stelle eine Ergänzung anbringen: Am liebsten wäre es mir, wenn in meinen Büchern nur mein Name stünde. Es müsste auch nicht der ganze Name sein, A. Kim fände ich vollkommen ausreichend. Ohne Foto, auch das fände ich besser. Warum? Weil ich oft das Gefühl habe, dass meine Biografie meine Bücher überschattet; dass mein Leben, mein „Migrationshintergrund", wichtiger genommen wird als das, worum es in meinen Romanen geht. Aus dem Grund wird mir auch oft unterstellt, ich sei Migrationsexpertin. Bin ich aber nicht.
Ich habe über die Suche nach den Vermissten des Kosovokriegs geschrieben, über die Folgen der dänischen Kolonial- und Assimilationspolitik in Ost- und Westgrönland, über die japanisch-koreanische Minderheit Zainichi in Japan und die Rückkehraktion „Die große Heimkehr", orchestriert von Nordkorea. Ich habe über die obsessive „rassische" Zuordnung eines Säuglings in den USA der 1950er Jahre geschrieben, lyrische Prosa und Gedichte. Ich habe über vieles geschrieben, nicht nur über eines oder gar „das Eine".
Auf meiner Website soll es daher – weil ich so oft auf meine Herkunft angesprochen werde – um die Bilder meines Vaters Soo-Pyung Kim gehen, sie hatten auf mich den größten Einfluss. Wenn ich an meine Kindheit denke, denke ich an meinen Vater, malend, inmitten von Farbtuben, Malutensilien, Bleistiften und Pinseln – ich denke an Terpentin, und ich denke an Musik.